Peter Kappert, CEO Sonnenhof AG Bern
Die Weltwoche 28. Juli bis 10. August 2011
Die Organisation Swiss Health hat zum Ziel, die Gesundheitsdestination Schweiz international zu vermarkten, was ich sehr unterstütze. Was früher von einigen wenigen Spitalverantwortlichen praktisch allein getan wurde, wird nun offiziell und professionell gefördert. Die Schweiz hat vieles zu bieten. Vorab die Qualität der Spital- und Gesundheitsversorgung, die von bestens qualifizierten, patientenorientierten Fachleuten aller Berufskategorien getragen wird. Da zu kommen die bekannten Vorteile unseres Landes: eine schöne Landschaft, gute Touristikeinrichtungen, eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur und Sicherheit.
Die Schweiz war viel zu lange passiv im internationalen Gesundheitsmarkt. Die Globalisierung hat auch das Gesundheits- und Spitalwesen erfasst. Man schätzt, dass je nach Region fünf bis zehn Prozent der Patienten aus dem Ausland sind. Sie generieren Spitaleinnahmen von über einer Milliarde Franken und helfen damit bei der Spitalfinanzierung, was auch der einheimischen Bevölkerung zugutekommt. Die Patienten stammen zurzeit vor allem aus dem Mittleren Osten, Asien und den russischen Staaten. Swiss Health organisiert regelmässig Informationsreisen durch die Schweiz für Patienten-Agenturen aus diesen Ländern und führt auch Anlässe in diesen Zielländern durch.
Das hohe Schweizer Preisniveau ist für diese Klientel in der Regel kein Problem, zumal die Spitalpreise für ausländische Patienten auch in anderen europäischen Ländern und in den USA hoch sind. In diesem Markt haben sowohl öffentliche Spitäler, vor allem Universitätskliniken, als auch Privatspitäler hervorragende Chancen – vorausgesetzt, sie sind bereit, gewisse Anpassungen ihres Angebots vorzunehmen (Dolmetscherdienste, zum Teil spezielle Küche, angemessener Hotelkomfort etc.). Entscheidend ist aber die medizinische Topqualität eines Spitals und seiner Fachabteilungen. Ein Patient unternimmt nicht eine lange Reise, um etwas Banales zu behandeln, sondern wenn er medizinisches Spitzen-knowhow benötigt.